DOGAN DOGAN – WORLD WIDE SKY

Die Morgen Contemporary freut sich, das Projekt "World Wide Sky" des Berliner Künstlers Dogan Dogan erstmals in Berlin präsentieren zu können. Dogan Dogan, der an der Frankfurter Städelschule u. a. bei Simon Starling und in New York bei Hans Haacke studiert hat, nutzt in seinem neuen Werkzyklus das Medium Malerei, um angesichts des Klimawandels über seine eigene Verantwortlichkeit als Künstler nachzudenken. Dazu lädt er seine "Malerei" konsequent mit einer konzeptionellen Strategie auf, indem er 24 Bilder geschaffen hat, die für je eine Stunde auf der globalen Zeitzonenuhr stehen. Diese großformatigen Bilder mit Titeln wie "Berlin", "New York" oder "Istanbul" zeigen die verschiedenen Sonnenauf- und -untergänge über den benannten Städten, eben jenes Naturschauspiel, das weltweit täglich seine Schönheit darbietet und uns fasziniert, welches aber angesichts der globalen Umwelt-problematik gleichzeitig eine gewisse Melancholie in sich trägt. Diese natürliche Erhabenheit verliert so ihre vermeintliche Unschuld – ohne dabei jedoch an verführerischer Attraktion einzubüßen.

Mit seiner Serie "World Wide Sky" definiert Dogan Dogan die Regeln der Malerei neu, indem er ihre Materialität und Herstellung gleichsam "nachhaltig" verändert: jedes der 24 Bilder ist aus recycelten Stoffen genäht, die der Künstler aus seinem Elternhaus vor dem Wegwerfen gerettet hat. Statt also mit umweltbelastender Ölfarbe auf Leinwand zu malen, nutzt Dogan Dogan bereits existierende Textilien und setzt sie zu gefühlvollen wie engagierten Gemälden zusammen. Die so entstandenen Werke erinnern auf den ersten Blick an die europäische abstrakte Malerei der 1950er Jahre, spielen aber auch auf die Scherenschnitttechnik von Henri Matisse an. Diese Referenz an die 50er Jahre liegt besonders nahe, weil genau zu dieser Zeit das Ozonloch und dessen negativer Einfluss auf unser Klima wissenschaftlich entdeckt wurde.   

Im Rahmen der Ausstellung erscheint im September ein Katalog mit einem Essay des freien Kurators und Kritikers Raimar Stange, Berlin.